… ist sein Himmelreich, oder so ähnlich. Wer sich noch immer fragt, was den Homo sapiens eigentlich vom Tiere unterscheidet – es ist der eigens angemietete, mit Namenschild versehene Stellplatz fürs liebe Auto vor der eigenen Haustür. Diese letzte Bastion des zivilisierten Menschen bildet den schmalen Grat zwischen strukturiertem Miteinander und dem absoluten Chaos willkürlichen, triebgesteuerten Lebens. Möge um uns herum die Welt unter dem Getöse der Posaunen von Jericho zu Grunde gehen, wer hier unberechtigt seine Rostlaube abzustellen gedenkt, wird erschossen … oder wahlweise kostenpflichtig abgeschleppt.
Nicht ohne Stolz können wir berichten, dass eben diese Bastion auf unserem Weg in die Spießbürgerlichkeit nun auch von uns feierlich eingenommen wurde – amtlich besiegelt mit Schild und Urkunde. Hatten wir das Bachmobil vor Kurzem noch wie die wirklich allerletzten Hippies schlicht und schlumpig in die Parkbucht geschlunzt wie irgendwelche so dahergekommenen Besucher, wies man uns jüngst darauf hin, dass für den Spottpreis von lumpigen fünf Euronen im Monat noch ein Stellplätzchen im Kreise der rechtmäßigen Anliegerparkplätze zu ergattern wäre. Fast wahnsinnig werdend vor lauter Spießerglück erkannten wir unsere Chance auf wahrhaftige Integration und griffen sofort zu. Noch nicht ganz wieder zu uns gekommen, pranzten wir unser Gefährt sofort nach Vertragsabschluss auf sein neues Wohnquadrat, vergaßen in unserer Naivität jedoch, dass jede rechtmäßige Annektion mit dem Hissen der eigenen Flagge samt Familienwappen einher zu gehen hat.
Es kam, wie es kommen musste. Kalter Nachbarschaftskrieg. Ein kurzer Ausflug zur lokalen Konsumguterwerbseinrichtung nur, und unsere schöne neue Welt erlitt einen Bruch. Hatte es doch so ein kriminelles Subjekt, dem Anschein nach aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis der Ansässigen, gewagt, sich unseren rechtmäßig einverleibten Parkschlitz unter den Nagel zu reißen. “So nicht!”, schrien wir innerlich im Chor. Uns unseres strategischen Fehlers bewusst, stampften wir alsdann zum hiesigen Schildschmied, um dem drohenden Chaos Einhalt zu gebieten. Von nun an prangt unser Signum über jenem Stück Erde, dass auf die Dauer der monatlich eingehenden Zahlung rechtmäßig unserem Automobil gehört. Wehe dem, der sich fortan hier abzustellen gedenkt …

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